Pressath. Bevor auf der Versammlung die neuen Kommandanten gewählt wurden, gab es für den scheidenden Chef noch einen besonderen Abschied.
Bericht von Jürgen Masching.
Bei der Jahreshauptversammlung der aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Pressath standen im Feuerwehrgerätehaus nicht nur die Berichte der einzelnen Abteilungen auf der Tagesordnung, sondern auch ein bedeutender personeller Umbruch. Der langjährige Kommandant Andreas Kneidl stellte sich aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl.
Viele Einsätze – viele Emotionen
Kneidl prägte die Feuerwehr Pressath über insgesamt 18 Jahre in der Führungsriege – zunächst sechs Jahre als stellvertretender Kommandant, anschließend zwölf Jahre als Kommandant. In seinen Abschiedsworten zeigte er sich dankbar und bewegt: „Heute stehe ich hier mit großer Dankbarkeit und auch großer Demut.“ Er blickte auf viele schöne, aber auch schwere Momente zurück. Besonders ein Einsatz blieb ihm stets präsent: ein schwerer Verkehrsunfall im November 2018, bei dem ein junger Mann schwer verletzt aus einem Wrack befreit wurde. Dieser bedankte sich später persönlich bei der Feuerwehr Pressath und war zur Überraschung vieler auch bei Kneidls Verabschiedung anwesend.
Ein besonderer Dank galt seiner Ehefrau Regina, selbst Mitglied der Feuerwehr: „Sie stand immer an meiner Seite.“ Kneidl bedankte sich zudem bei seinen Kameradinnen und Kameraden, der Stadt Pressath sowie der Kreisbrandführung für die stets sehr gute Zusammenarbeit.
Viele Zahlen und viel Nachwuchs
In seinem letzten Jahresbericht zog Kneidl eine eindrucksvolle Bilanz für 2025: 59 aktive Mitglieder rückten zu insgesamt 85 Einsätzen aus. Hinzu kamen zahlreiche Ausbildungs-, Übungs- und Fortbildungsstunden. „Es war ein ereignisreiches und aktives Feuerwehrjahr“, so Kneidl. Aktuell verfügt die Feuerwehr Pressath über 26 ausgebildete Atemschutzgeräteträger, die bei Brandeinsätzen an vorderster Front im Einsatz sind. Nach der Stilllegung der Schlauchwaschanlage appellierte Kneidl an die Stadt, alles daranzusetzen, die Atemschutzgerätewartestelle weiterhin im Pressather Gerätehaus zu erhalten.



Auch personelle Veränderungen gab es im Bereich der Gerätewarte: Ralf Schupfner, seit 1982 aktives Mitglied und seit 1995 als Gertäewart aktiv, legte sein Amt nach 30 Jahren nieder.
Jugendwart Jonas Plößner berichtete anschließend von der erfolgreichen Arbeit der Jugendfeuerwehr. 13 Jugendliche engagierten sich 2025 am Standort Pressath und absolvierten 32 Übungen mit rund 250 Ausbildungsstunden. Die positive Entwicklung wird sich fortsetzen, da aus der sehr Kinderfeuerwehr in den kommenden Monaten rund 20 Kinder in die Jugendfeuerwehr nachrücken sollen. Kinderfeuerwehr-Betreuerin Lee-Ann Seitz erklärte, dass aktuell 22 Kinder aktiv gemeldet sind und von der Warteliste wieder auf 30 Kinder aufgestockt wird.
Neues Führungsduo bei der aktiven Wehr
Die anschließenden Neuwahlen leitete Bürgermeister Bernhard Stangl. Zum neuen Kommandanten wurde der bisherige stellvertretende Kommandant Andreas Argauer einstimmig gewählt. Bei der Wahl zum stellvertretenden Kommandanten setzte sich Jonas Plößner knapp gegen Felix Bäumler durch.

In den Grußworten würdigten Vertreter der Nachbarwehren und der Stadt Pressath die Verdienste des scheidenden Kommandanten. Andreas Eckert, Kommandant der Feuerwehr Dießfurt, sprach im Namen aller sieben Ortsfeuerwehren der Stadt Pressath: „Wir konnten stets auf Andreas Kneidl als kompetenten und erfahrenen Feuerwehrmann zurückgreifen.“
Besondere Ehrung zum Schluß
Zum Abschluss der Versammlung sorgte Kreisbrandrat Marco Saller für einen besonderen Moment: Im Namen des Landesfeuerwehrverbandes Bayern verlieh er Andreas Kneidl das Bayerische Ehrenkreuz in Silber – eine hohe Auszeichnung für dessen jahrzehntelangen Einsatz und sein außergewöhnliches Engagement für die Feuerwehr Pressath.



